Ein neuer Fachartikel von Markus Spillmann (Schiess – Beratung von Organisationen AG) und Jakin Gebert (Impuls-Gebert) zeigt wie kooperative Prozessgestaltung in der Beratung von Fachkräften erfolgreich eingesetzt werden kann.
Der Beitrag „Kooperative Prozessgestaltung in der Beratung von Fachkräften – am Beispiel von Supervision und Organisationsentwicklung“ ist im Buch „Kooperative Prozessgestaltung in psychosozialen Handlungsfeldern. Grundlagen – Praxisbeispiele – Materialien“ (Hochuli Freund & Sprenger, 2026) erschienen.
Personenbezogene Dienstleistungen entfalten nur dann Wirkung, wenn sich die Akteure auf Augenhöhe begegnen. Schiess hat 38 Autor:innen, ihre Sicht auf eine solche Grundhaltung der Kooperation darzulegen. Entstanden ist ein Lesebuch, das nicht nur unser Verständnis von Professionalität verändert, sondern auch, wie wir den Menschen begegnen.
Geht es Ihnen mitunter auch so, dass Sie sich fragen, welche Haltungen das professionelle Handeln in der Pädagogik, in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen oder in der Organisationsentwicklung prägen? Methoden, also anerkannte, strukturierte Vorgehensweisen sind der sichtbare Teil von Professionalität. Die Einstellung, das Menschenbild – kurz: die Haltung, die der Professionalität zugrunde liegt, bleibt dabei aber meist verborgen. Wer die Praxis etwas genauer betrachtet, wird feststellen: Mit denselben Methoden lassen sich oft ganz unterschiedliche Wirkungen erzielen – je nachdem, welche Haltung die Beteiligten einnehmen.
Bestimmt teilen Sie unsere Erfahrung, dass professionelles Handeln im Sozialbereich erst dann zielführend ist, wenn sich alle beteiligten Akteure auf Augenhöhe begegnen. Dahinter steht die Überzeugung, dass jeder Mensch Experte für seinen eigenen Lebensvollzug ist. Partizipation, Inklusion, Empowerment sowie eine Kultur des Aushandelns stehen als Stichworte für diesen Zugang, der sich mit «Grundhaltung der Kooperation» umschreiben lässt.
Für Schiess – Beratung von Organisationen AG ist die Grundhaltung der Kooperation seit 25 Jahren handlungsleitend. Zum Jubiläum hat sie deshalb Autorinnen und Autoren eingeladen, ihre Sichtweise auf diesen Themenkreis darzulegen. Entstanden ist ein Lesebuch, das die Facetten der Grundhaltung der Kooperation erkennbar – und damit deutlich macht: Zusammenarbeit mit einer kooperativen Grundhaltung ist der Dreh- und Angelpunkt für soziale Dienstleistungen.
Ich wünsche Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, eine anregende Lektüre. Mögen die Beiträge Sie dazu bewegen, in Ihrem Praxisfeld nach den Bedingungen für gelingende Kooperation zu fragen und, so hoffe ich, Ihnen auch Hinweise für das eigene Handeln bieten. Dem Team von Schiess wünsche ich den Mut, sich weiterhin an Kooperation als Voraussetzung für professionelles Handeln zu orientieren.
Grundhaltung der Kooperation – Eine Spurensuche
Einleitung mit Perspektive.
Das Wunder des Wir
Die Zukunft gehört der Kooperation.
Würde als Lebensform
Was die Grundhaltung der Kooperation mit Würde zu tun hat.
Haltung in der Pädagogischen Praxis
Was ist eigentlich Haltung? Wie wird sie erworben und gefördert? Ein Streifzug durch humanwissenschaftliche Disziplinen.
Für das Wahlalter Null
Es gibt keinen vernünftigen Grund, Kinder und Jugendliche von politischen Prozessen auszuschliessen – im Gegenteil.
Spielplatz
Obwohl ihre Gene es darauf angelegt haben, kooperieren Kinder im Spielfieber nicht immer. Eine Kurzgeschichte mit Bezug zu Joachim Bauers «Das kooperative Gen».
Mit Kindern kooperieren
Viel wichtiger als die Erziehung von Kindern ist die Beziehung zu ihnen.
Kooperation statt Pädagogik
Kinder und Jugendliche sind keine trivialen Maschinen. Man kann sie unterstützen, aber nicht steuern.
Kooperation als Grundmuster der Bildung
Wenn Bildungseinrichtungen ihr eigenes Handeln konsequent am Bildungsbegriff aus richten, entsteht Kooperation.
Alles wirkliche Leben ist Begegnung – Kooperation in der Schule
Die Grundlage für pädagogische und soziale Settings in der Schule ist ein Leben, in dem wir es mit dem Menschen wirklich zu tun haben.
Aufmerksam begleitet
Kinder wollen keine vorgefertigten Erklärungen – sie wollen die Welt selber entdecken. Dazu sind sie auf die Kooperation mit Erwachsenen angewiesen.
Kinderrechtsbasiertes Arbeiten in der Kita
Eine an den Kinderrechten orientierte Pädagogik respektiert das Kind als eigenständigen Menschen – und übt damit Demokratie ein.
Stärke statt Macht
Ein Erziehungskonzept setzt auf Stärke statt Macht und beruft sich dabei auf gewaltfreien Widerstand.
Von Kontrolle zu Kooperation – Beziehung vor Erziehung
Neue Autorität nimmt Ansätze von Mahatma Gandhi und Martin Luther King auf. Wie lässt sich das in einem Kinderheim umsetzen?
Neue Autorität in der Führung
Was Führung mit Neuer Autorität zu tun hat und welche Rolle Beziehungen dabei spielen.
Kooperative Grundhaltung und ihre Bedeutung bei OE-Prozessen
Kooperativ gestaltete Organisationsentwicklungsprozesse haben einen gemeinsamen Nenner: Verantwortung.
Systemisch-konstruktivistische Beratung und Prozessbegleitung
Erkenntnisse der Kybernetik und Folgen für die Beratungstätigkeit.
Anstand durch Abstand
Wie kommt es, dass erwachsene, mündige Menschen am Arbeitsplatz zu Kindern gemacht werden?
Wert-Schöpfung durch Kooperationplus
Es zeugt von Führungsstärke, wenn alle Stakeholder in Organisationsprozesse einbezogen werden.
Lust am Scheitern
Was passiert, wenn auf einer Theaterbühne absichtslos improvisiert wird? Es entsteht Kooperation!
Wie werden Verwaltungen fit für die Vielheit?
Verwaltungen sind nicht gerade für ihre Kundennähe bekannt. Ein Fitnessprogramm für mehr Offenheit.
Der Vielheitsplan
Die Vielheit der Gesellschaft nicht verklären, sondern gestalten. Anregungen zur Zusammenarbeit mit den Anderen.
Wenn Frauen über Gesundheit, Erziehung und Prävention sprechen
Moderierte Gesprächsrunden erreichen Frauen mit Migrationshintergrund besser als aufwändige Kampagnen. Das zeigt ein niederschwelliges Angebot der Elternbildung.
Partizipative Qualitätssicherung
Was Qualitätsentwicklung von der partizipativen Forschung lernen kann.
Kooperation als Dreh- und Angelpunkt einer Methodik für die Soziale Arbeit
Wie Professionelle der Sozialen Arbeit Kooperation systematisch umsetzen können.
Kooperation unter Zwang
Kooperation ist auch in Zwangskontexten möglich, wenn die Stolpersteine erkannt und beseitigt werden.
Familienrat – Ein durch und durch kooperatives Hilfeverfahren
Ein uraltes Verfahren der indigenen Bevölkerung Neuseelands erweist sich im Kindesschutz als echtes Erfolgsmodell.
Erfolgsfaktor Kooperation – Vier Erkenntnisse für erfolg reiche Projekte
Es ist eine kleine Kunst, Projekte kooperativ zu gestalten – die Anstrengung lohnt sich aber.
Interdisziplinäre Kooperation in der Sozialen Arbeit – Eine Herausforderung mit grosser Wirkung
Weil Problemlagen immer komplexer werden, kann die Soziale Arbeit ihre Aufgaben nicht mehr alleine bewältigen. Zum Wohle der Klientel muss sie mit anderen Berufsgruppen kooperieren.
Die Rahmenhandlung
Ist Gastfreundschaft eine Form der Kooperation? Eine Kurzgeschichte.
Keine schrägen Blicke mehr?!
Gedanken zu einer Kooperation auf Augenhöhe Ein UNO-Übereinkommen postuliert die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Die Umsetzung gelingt aber nur durch Kooperation!
Das Leben freier gestalten
Ein Interview zum Menschenbild, das hinter der Idee der Subjektfinanzierung steht.
Behinderte behindern die Fehlentwicklung der Gesellschaft
Cornelia Nater ist geburtsbehindert. Ihrer Beharrlichkeit verdanken viele Menschen mit Behinderungen, dass sich ihr Leben zum Positiven verändert hat. Ein Porträt.
Menschen mit Behinderungen als Expertinnen und Experten bei Evaluationen?
Fachleute sind sich einig: Menschen mit Behinderungen sollten in Evaluationen mit einbezogen werden. Dabei muss einiges beachtet werden.
Gewalt in der Agogik: Von der Notwendigkeit eines reflektierten Umgangs
Gewalt ist ein Strukturmerkmal in asymmetrischen Beziehungen. Lässt sie sich rechtfertigen?
Kooperationen in der Langzeitpflege – nur ein Schlagwort?
Die zukünftige Versorgung in der Alterspflege wird ganz neuen Ansprüchen genügen müssen. Das geht nur mit neuen Modellen.
Herausgeber: Schwyter, René und Spillmann, Markus
ISBN 978-3-033-06672-4
Preis: Fr. 32.50